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Kunststoffverarbeitende Betriebe sowie weitere produzierende Unternehmen und Dienstleister im Mittelstand
APplus ist eine ERP-Software für mittelständische Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich. Das System eignet sich speziell für die Kunststoffverarbeitung und bietet umfassende Funktionen zur Prozessoptimierung.
Kernfunktionen
Leistungsstarke ERP-Funktionalität
Branchenspezifische Anpassung für Kunststoffverarbeitung
Fertigungsunternehmen im Mittelstand (besonders Gummi- und Kunststoffverarbeitung), idealerweise mit 50 bis 500 Mitarbeitern
Abas ERP ist ein Verwaltungssystem für mittelständische Fertigungsbetriebe, das Material- und Finanzströme steuert und in Cloud- oder On-Premise-Variante erhältlich ist. Das System kombiniert umfangreiche Fertigungsfunktionen mit Flexibilität für individuelle Geschäftsprozesse.
Kleine bis mittlere Fertigungsbetriebe und Hersteller, die ihre Produktion, Lagerhaltung und Geschäftsprozesse integriert verwalten müssen
Eine cloudgestützte Manufacturing-Software mit integrierten ERP- und MRP-Funktionen für kleine Hersteller mit 10 bis 200 Mitarbeitern. Das System verbindet Produktionsplanung, Lagerverwaltung, Vertrieb, Beschaffung und Buchhaltung in einer Anwendung.
Kernfunktionen
Produktionsplanung und Kapazitätsabstimmung
Echtzeitlagerbestände und Bestandsverfolgung nach Los und Seriennummern
Verkaufsmanagement mit Kostenberechnung und Lieferzeitermittlung
Beschaffungsverwaltung und automatisierte Bestellungen
unitop ist eine ERP-Branchenlösung für die Kunststoffindustrie, die auf Microsoft Dynamics basiert. Sie unterstützt Unternehmen bei der ganzheitlichen digitalen Transformation ihrer spezifischen Geschäftsprozesse.
Kernfunktionen
ERP-Grundfunktionen für Kunststoffbetriebe
Business Intelligence und Datenanalyse
KI-Assistenten und KI-Agenten
Add-ons wie Lagerverwaltung und Produktkonfigurator
Produktion, Fertigung, Handel, Maschinenbau, Lebensmittelindustrie, Großhandel und Dienstleistungen
Ein cloudbasiertes ERP-System mit umfangreichen Funktionen für Produktion, Fertigung und Handel. Das System unterstützt Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern bei der Steuerung ihrer Geschäftsprozesse.
Mittelständische Unternehmen in Dienstleistung, Handel, Lebensmittel und Pharma
Modular aufgebautes ERP-System mit vorkonfigurierten Funktionen für verschiedene Branchen, das sich ohne hohe Kosten an individuelle Prozesse anpassen lässt. Die Software kombiniert die Vorteile von Standardlösungen und individuellen Systemen.
Mittelständische Unternehmen in Handel, Produktion und E-Commerce
Eine Cloud-basierte ERP-Lösung für mittelständische Unternehmen, die Prozesse wie Lagerverwaltung, Finanzen, E-Commerce und Produktion in einem System vereint. Die Software läuft jederzeit und überall verfügbar mit persönlichem Support.
Kernfunktionen
Lagerverwaltung mit Bestandsverwaltung und Lagerplatzzuordnung
Kunststoffverarbeitung und Kunststofftechnik, auch für Handel, Produktion und Dienstleistungen einsetzbar
Modular aufgebautes ERP-System für kleine und mittelständische Unternehmen in Handel, Produktion und Dienstleistung. Das System unterstützt Warenwirtschaft, Logistik, Produktion und bietet Funktionen für intelligente Prozessautomatisierung und Echtzeittransparenz.
Kernfunktionen
Warenwirtschaft mit Bestandskontrolle und Lieferkettenverwaltung
Modul Produktion und Fertigung mit Ressourcenoptimierung
Kunststoffverarbeitung, Metallverarbeitung, Glasindustrie, Lebensmittelindustrie, Verpackung, Handel und weitere Branchen
Modulares ERP/PPS-System für die Kunststoffverarbeitung und weitere Branchen, das Fertigungs- und Handelsprozesse abdeckt. Die Software existiert seit über 40 Jahren und wurde mit modernen Technologien weiterentwickelt.
Kernfunktionen
Modularer Aufbau für individuelle Anpassung
Integriertes Dokumentenmanagementsystem (DMS 4.0)
Energiemanagement (Energie 4.0)
Wartungs- und Instandhaltungssoftware (M-KART 4.0)
Kunststoffverarbeitung, Spritzguss und andere Branchen im Mittelstand
AvERP ist ein Open-Source-ERP-System für mittlere Unternehmen, das branchenübergreifend einsetzbar ist und ohne Lizenzkosten heruntergeladen werden kann. Das System bietet umfangreiche Funktionen zur Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette und ist individuell anpassbar.
Kernfunktionen
Verkaufs- und Einkaufsmanagement mit zentraler Bestandsverwaltung
Logistik und Lagerverwaltung mit digitaler Erfassung
Monitor ERP ist ein modular aufgebautes ERP-System speziell für Fertigungsbetriebe, das auf 50 Jahre Erfahrung in der Industrie aufbaut. Die Software unterstützt auch Kunststoffverarbeiter mit Funktionen für Produktion, Planung und betriebliche Prozesse.
Kunststoffverarbeitungsbetriebe, Werkzeug- und Formenbauer, Maschinenbau
Modulare ERP-Software speziell für Kunststoffbetriebe, entwickelt über 40 Jahre mit Kundenfeedback. Das System deckt unternehmensübergreifende Planungsprozesse, Chargenverwaltung, Inventur und Kapazitätsplanung ab.
Kernfunktionen
Chargenverwaltung und Stücklistenverwaltung
Plantafel zur Maschinenbelegung und Kapazitätsplanung
Was eine ERP für die Kunststoffverarbeitung wirklich leistet
Eine ERP ist im Kern ein System, das die Daten deines Betriebs an einem Ort zusammenführt: Aufträge, Material, Maschinen, Personal und Buchhaltung. Für die Kunststoffverarbeitung reicht das aber nicht aus, denn eine Standard-ERP aus dem Handel oder der Dienstleistung kennt deine Realität nicht. Sie weiß nichts von Zykluszeiten an der Spritzgießmaschine, nichts von Werkzeugstandzeiten, nichts von Angusskreisläufen und Mahlgut, das wieder in die Produktion zurückgeht.
Was eine branchentaugliche ERP wirklich leistet, ist die Verbindung zwischen dem, was auf dem Hallenboden passiert, und dem, was in der Kalkulation steht. Wenn eine Maschine 3.000 Teile in einer Nacht fährt und dabei 40 Kilo Rezyklat mit Neuware mischt, muss das System diese Charge nachvollziehbar halten. Kommt später eine Reklamation, willst du wissen, aus welchem Rohstofflos das Teil stammt und auf welcher Maschine es lief.
Der Unterschied zur allgemeinen ERP
Eine allgemeine ERP kann dir sagen, was du eingekauft und verkauft hast. Eine ERP für die Kunststoffverarbeitung muss zusätzlich die Prozessgrößen abbilden: Rüstzeiten, Ausschussquoten, Werkzeugzuordnung, Kavitätenzahl und den Materialverbrauch pro Schuss. Genau hier trennt sich, ob eine Software für deinen Betrieb taugt oder ob du ständig mit Excel danebenarbeitest.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Du kalkulierst einen Auftrag mit einer Zykluszeit von 30 Sekunden und einer angenommenen Ausschussquote. Läuft die Produktion, weichen die realen Werte ab. Eine gute ERP zeigt dir diese Abweichung, ohne dass jemand abends Zettel abtippt. Eine schlechte ERP zeigt dir am Monatsende eine Zahl, die niemand mehr einem Auftrag zuordnen kann.
Feature-Deep-Dive
Diese Funktionen zählen im Alltag
Chargen- und Losverwaltung
Das ist für die Kunststoffverarbeitung die Basis. Du musst Rohstoffchargen bis ins Endprodukt verfolgen können und umgekehrt. Achte darauf, dass das System auch Mischungen aus Neuware und Mahlgut sauber abbildet, denn genau da wird es unübersichtlich. Wenn du mehrere Materialien mit Farbbatch mischst, muss jede Komponente in der Rückverfolgung stehen.
Werkzeug- und Formenverwaltung
Werkzeuge sind teuer und haben eine begrenzte Standzeit. Eine brauchbare ERP zählt die Schüsse pro Werkzeug mit und meldet, wann Wartung ansteht. Sie sollte auch abbilden, welches Werkzeug auf welche Maschine passt und wie lange das Rüsten dauert. Fehlt das, planst du blind und stellst erst beim Rüsten fest, dass das Werkzeug gerade zur Wartung ist.
Maschinendatenerfassung (MDE) und Anbindung
Die interessante Frage ist, ob die ERP Maschinendaten direkt entgegennimmt, etwa über die Euromap-63- oder Euromap-77-Schnittstelle, oder ob jemand Stückzahlen manuell einträgt. Manuelle Erfassung ist nicht automatisch schlecht, aber sie kostet Zeit und ist fehleranfällig. Kläre, welche deiner Maschinen überhaupt anbindbar sind, denn ältere Maschinen ohne Schnittstelle brauchen eine andere Lösung.
Kalkulation und Nachkalkulation
Die Vorkalkulation nutzt jeder. Entscheidend ist die Nachkalkulation: Erst wenn du siehst, was ein Auftrag wirklich gekostet hat, lernst du für das nächste Angebot. Eine ERP, die Ist-Zeiten, Ist-Material und Ist-Ausschuss dem Auftrag zurückspielt, ist Gold wert. Achte darauf, dass Rüstkosten und Werkzeugkosten getrennt ausgewiesen werden.
Produktionsplanung und Feinplanung
Du willst sehen, welche Maschine wann belegt ist und ob ein Eilauftrag reinpasst, ohne den Rest umzuwerfen. Eine grafische Plantafel, auf der du Aufträge verschieben kannst und die Auswirkungen sofort siehst, hilft im Alltag mehr als jeder Report. Prüfe, ob die Planung Rüstzeiten und Werkzeugwechsel berücksichtigt oder ob sie nur Balken zeichnet.
Lager und Materialwirtschaft
Rohstoff, Halbfabrikate, Fertigware und Mahlgut brauchen eigene Bestandsführung. Silos, Gebinde und Trockner sind Teil des Materialflusses. Kläre, ob die ERP mit Mindestbeständen und Wiederbeschaffungszeiten arbeitet, damit dir das Granulat nicht mitten in der Nachtschicht ausgeht.
Entscheidungshilfe
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Lass die richtige Person testen
Lass die Software in der Demo von der Person bedienen, die später täglich damit arbeitet, nicht vom Chef und nicht vom Vertriebler des Anbieters. Der Meister, der morgens die Aufträge einplant, merkt in zehn Minuten, ob die Bedienung im Weg steht. Gib ihm eine echte Aufgabe: einen Auftrag anlegen, ein Werkzeug zuordnen, den Ausschuss buchen.
Schnittstellen vorher klären
Frag konkret, wie die ERP mit deinem Steuerberater und deiner Buchhaltung zusammenarbeitet und ob DATEV-Export vorhanden ist. Frag auch, wie die Maschinen angebunden werden und was das kostet. Ein Anbieter, der bei diesen Fragen ausweicht, wird auch später ausweichen.
Branchenfit vor Funktionsumfang
Eine ERP mit tausend Funktionen, die deine Prozesse nicht kennt, ist schlechter als eine schlanke Lösung, die Chargen und Werkzeuge versteht. Frag nach Referenzkunden aus der Kunststoffverarbeitung und ruf dort an. Menschen aus derselben Branche reden Klartext über das, was nicht funktioniert.
Cloud oder eigener Server
Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Cloud bedeutet weniger eigene IT, aber laufende Kosten und Abhängigkeit von der Internetverbindung in der Halle. Eigener Server bedeutet Kontrolle, aber du brauchst jemanden, der ihn pflegt. Entscheide nach deiner IT-Realität, nicht nach dem, was gerade modern klingt.
Das sagt unser Experte zu ERP für die Kunststoffverarbeitung
Markus Laue, Gründer von Toolfolio
Der häufigste Fehler, den ich sehe, ist, dass die ERP am Schreibtisch ausgewählt wird und die Leute aus der Produktion erst beim Rollout davon erfahren. Dann finde ich Betriebe, die eine teure Software gekauft haben und trotzdem weiter mit Zetteln und Excel arbeiten, weil das neue System niemandem passt. Ich sage jedem: Nimm den Meister von Anfang an mit rein und lass ihn in der Demo selbst klicken. Eine ERP ist nur so gut wie die Daten, die deine Leute freiwillig eintragen, und freiwillig tun sie das nur, wenn das System ihnen die Arbeit erleichtert statt sie zu behindern.
Total Cost of Ownership
Übliche Preismodelle bei ERP für die Kunststoffverarbeitung
Der Lizenzpreis ist selten das Teuerste. Die eigentlichen Kosten stecken in Einführung, Anpassung und laufendem Betrieb. Ich nenne dir hier keine Zahlen, weil sie stark von deiner Betriebsgröße und deinen Anforderungen abhängen. Wichtiger ist, dass du alle Posten auf dem Schirm hast.
Die üblichen Modelle
Bei der Cloud zahlst du meist monatlich oder jährlich pro Nutzer oder pro Modul. Das ist planbar, summiert sich aber über die Jahre. Beim Kaufmodell zahlst du einmalig für die Lizenz und dann laufend für Wartung und Updates, oft als jährlicher Prozentsatz der Lizenzsumme. Frag konkret nach, wie hoch dieser Wartungssatz ist.
Die versteckten Posten
Einführungsprojekt und Beratungstage sind ein großer Block und werden oft unterschätzt. Datenmigration aus deinem Altsystem kostet, besonders wenn deine alten Daten unsauber sind. Schnittstellen zu Maschinen und Buchhaltung werden manchmal extra berechnet. Schulung deiner Leute kostet Arbeitszeit, auch wenn der Anbieter sie inklusive nennt.
Rechne außerdem mit Anpassungen, die erst im Betrieb auffallen. Kein Betrieb passt zu hundert Prozent in eine Standardsoftware. Frag den Anbieter, was eine typische Anpassung kostet und wie schnell sie umgesetzt wird. Ein Tagessatz für Programmierung, der bei jeder Kleinigkeit anfällt, kann ein System auf Jahre teuer machen.
Ausstiegskosten
Kaum jemand fragt danach, aber es lohnt sich: Wie kommst du an deine Daten, wenn du den Anbieter wechseln willst? Bekommst du einen vollständigen Export in einem lesbaren Format? Ein Anbieter, der deine Daten faktisch einsperrt, hat dich in der Hand.
Aus der Praxis
Fehler, die in der Praxis wirklich passieren
Zu viel auf einmal einführen
Betriebe wollen oft am ersten Tag alle Module gleichzeitig produktiv haben. Das überfordert die Leute und die Fehler häufen sich. Sinnvoller ist, mit dem Kern zu starten, etwa Aufträge und Material, und Produktionsplanung erst dann dazuzunehmen, wenn der Kern läuft.
Altdaten ungeprüft übernehmen
Wenn dein Artikelstamm über Jahre gewachsen und voller Dubletten ist, schleppst du diesen Müll in die neue ERP. Vor der Migration lohnt sich das Aufräumen. Das ist unbeliebte Arbeit, aber sie zahlt sich aus, denn eine saubere Datenbasis ist die halbe Miete.
Den Meister nicht einbeziehen
Wird die ERP am grünen Tisch ausgewählt und dann der Produktion vorgesetzt, gibt es Widerstand. Die Leute finden Wege, das System zu umgehen, und arbeiten weiter mit ihren Zetteln. Dann hast du zwei Systeme und die Daten stimmen nirgends.
Ausschuss nicht ehrlich buchen
Ich sehe oft, dass Ausschuss nicht oder falsch gebucht wird, weil es Arbeit macht oder weil niemand als Schuldiger dastehen will. Dann stimmt die Nachkalkulation nicht und die ganze schöne ERP liefert falsche Zahlen. Ohne ehrliche Rückmeldung aus der Produktion ist jede ERP nur eine teure Datenbank.
Schnittstellen zu spät testen
Die Maschinenanbindung wird oft ans Ende des Projekts geschoben. Dann stellt sich heraus, dass eine ältere Maschine nicht liefert oder das Format nicht passt. Teste Schnittstellen früh, am besten schon in der Auswahlphase mit einer echten Maschine.
Compliance
Rechtliche Anforderungen in DACH
Aufbewahrung und Nachvollziehbarkeit
In Deutschland gelten die GoBD für die Buchführung und deren Daten. Das heißt vereinfacht, dass steuerlich relevante Daten unveränderbar, nachvollziehbar und für die gesetzliche Frist aufbewahrbar sein müssen. Deine ERP muss also protokollieren, wer wann was geändert hat, und Belege dürfen nicht spurlos verschwinden. In Österreich und der Schweiz gelten eigene, aber vergleichbare Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung.
Rückverfolgbarkeit von Material
Je nachdem, wofür du produzierst, kommen Branchenanforderungen dazu. Lieferst du in die Automobilindustrie, verlangen deine Kunden oft eine lückenlose Chargenrückverfolgung und dokumentierte Prozesse. Produzierst du Teile mit Lebensmittelkontakt, gelten die entsprechenden EU-Verordnungen und du musst die Konformität der eingesetzten Materialien belegen können. Kläre, ob die ERP diese Dokumentation unterstützt.
Datenschutz
Sobald du Personaldaten in der ERP führst, etwa für Zeiterfassung, gilt die DSGVO. Achte auf Zugriffsrechte, damit nicht jeder alles sieht, und auf einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter, wenn deine Daten in der Cloud liegen. Frag, wo die Server stehen und wer Zugriff hat.
Praktischer Hinweis
Compliance ist kein Feature, das du einmal abhakst. Verlange vom Anbieter eine schriftliche Aussage, wie das System die GoBD unterstützt, und lass im Zweifel deinen Steuerberater draufschauen. Das ist günstiger als eine Beanstandung bei der nächsten Prüfung.
Playbook
So gehst du die Auswahl konkret an
Schritt 1: Ist-Aufnahme
Setz dich mit den Leuten zusammen, die täglich mit Aufträgen, Material und Maschinen arbeiten. Schreib auf, wie ein Auftrag heute durch den Betrieb läuft, von der Anfrage bis zur Rechnung. Notiere dabei jeden Punkt, an dem heute etwas doppelt erfasst wird oder wo Zettel und Excel im Spiel sind.
Schritt 2: Anforderungen priorisieren
Trenne, was du wirklich brauchst, von dem, was nett wäre. Chargenrückverfolgung und Werkzeugverwaltung sind für die meisten Kunststoffbetriebe Pflicht. Sortiere deine Liste in Muss, Soll und Kann, damit du in der Demo nicht von Nebensachen abgelenkt wirst.
Schritt 3: Anbieter vorauswählen
Schau dir die Anbieter oben auf dieser Seite an und wähl drei bis vier aus, die zur Branche und deiner Größe passen. Kontaktiere sie mit deiner Anforderungsliste, nicht mit der Frage nach dem Preis. Wer auf deine konkreten Anforderungen eingeht, statt sofort ein Angebot zu schicken, ist meist der bessere Partner.
Schritt 4: Demo mit echten Daten
Besteh darauf, dass die Demo mit deinen echten Beispielen läuft, nicht mit dem Musterbetrieb des Anbieters. Nimm einen typischen Auftrag mit Materialmischung und Werkzeugwechsel und lass ihn im System durchspielen. Lass deine Leute selbst klicken.
Schritt 5: Referenzen anrufen
Bitte um zwei bis drei Referenzkunden aus der Kunststoffverarbeitung und ruf dort an. Frag nicht, ob sie zufrieden sind, sondern was in der Einführung schiefging und was sie heute anders machen würden. Diese Antworten sind wertvoller als jede Broschüre.
Schritt 6: Angebot mit allen Posten
Verlang ein Angebot, das Lizenz, Einführung, Migration, Schnittstellen, Schulung und laufende Wartung getrennt ausweist. So vergleichst du Äpfel mit Äpfeln. Frag auch nach dem Tagessatz für spätere Anpassungen.
Schritt 7: Pilot und Rollout
Start mit dem Kern und einem überschaubaren Bereich, bevor du den ganzen Betrieb umstellst. Plan genug Zeit für die Schulung ein und benenne im Betrieb jemanden, der die ERP verantwortet und Ansprechpartner ist. Dieser Mensch ist wichtiger als jede Funktion in der Software.
Wenn du diese Schritte ernst nimmst, dauert die Auswahl länger, aber du triffst eine Entscheidung, die trägt. Eine ERP begleitet dich viele Jahre, und ein Fehler bei der Auswahl kostet dich weit mehr als die paar Wochen zusätzliche Vorbereitung.
Häufige Fragen
Was Betriebe uns zu ERP für die Kunststoffverarbeitung am häufigsten fragen
Was unterscheidet eine ERP für die Kunststoffverarbeitung von einer normalen ERP?
+
Eine branchentaugliche ERP bildet Prozessgrößen ab, die eine allgemeine ERP nicht kennt: Zykluszeiten, Werkzeugstandzeiten, Kavitätenzahl, Ausschussquoten und den Materialverbrauch pro Schuss. Außerdem verwaltet sie Mischungen aus Neuware und Mahlgut in der Chargenrückverfolgung. Eine Standard-ERP zeigt dir nur Ein- und Verkauf, aber nicht, was auf dem Hallenboden wirklich passiert.
Brauche ich eine Maschinenanbindung oder reicht manuelle Erfassung?
+
Das hängt von deinen Maschinen und deiner Betriebsgröße ab. Manuelle Erfassung ist nicht automatisch schlecht, kostet aber Zeit und ist fehleranfällig. Eine Anbindung über Schnittstellen wie Euromap 63 oder 77 liefert Daten automatisch, setzt aber voraus, dass deine Maschinen das unterstützen. Kläre vor der Auswahl, welche Maschinen überhaupt anbindbar sind.
Was kostet eine ERP für die Kunststoffverarbeitung?
+
Seriös lässt sich das ohne deine konkreten Anforderungen nicht beziffern, weil es stark von Betriebsgröße und Umfang abhängt. Wichtig ist, dass der Lizenzpreis selten der größte Posten ist. Rechne zusätzlich mit Einführung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulung und laufender Wartung. Verlang ein Angebot, das alle diese Posten getrennt ausweist.
Cloud oder eigener Server, was ist besser?
+
Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Cloud bedeutet weniger eigene IT und planbare laufende Kosten, aber Abhängigkeit von der Internetverbindung in der Halle. Ein eigener Server gibt dir mehr Kontrolle, verlangt aber jemanden, der ihn pflegt. Entscheide nach deiner IT-Realität und nicht nach dem, was gerade modern klingt.
Wie lange dauert die Einführung einer ERP?
+
Das variiert stark je nach Umfang und Zustand deiner Altdaten. Wer alle Module gleichzeitig produktiv setzen will, überfordert meist die Leute und häuft Fehler an. Sinnvoller ist ein Start mit dem Kern, etwa Aufträge und Material, und schrittweise Erweiterung. Plan genug Zeit für die Schulung und für das Aufräumen deiner Altdaten ein.
Welche rechtlichen Anforderungen muss die ERP in Deutschland erfüllen?
+
Für die Buchführung gelten die GoBD, das heißt steuerlich relevante Daten müssen unveränderbar, nachvollziehbar und aufbewahrbar sein. Führst du Personaldaten, kommt die DSGVO dazu. Je nach Kundschaft können Anforderungen an die Chargenrückverfolgung hinzukommen, etwa in der Automobilindustrie oder bei Lebensmittelkontakt. Lass im Zweifel deinen Steuerberater draufschauen.
Warum scheitern ERP-Einführungen in der Praxis?
+
Häufig, weil die Produktion nicht einbezogen wird und die Leute das neue System umgehen und weiter mit Zetteln arbeiten. Auch ungeprüft übernommene Altdaten und zu viele Module auf einmal führen zu Problemen. Ein weiterer Klassiker ist nicht ehrlich gebuchter Ausschuss, denn ohne saubere Rückmeldung aus der Produktion stimmt die ganze Kalkulation nicht.
Worauf muss ich in der Demo besonders achten?
+
Besteh darauf, dass die Demo mit deinen echten Beispielen läuft, nicht mit dem Musterbetrieb des Anbieters. Nimm einen typischen Auftrag mit Materialmischung und Werkzeugwechsel und lass ihn durchspielen. Vor allem sollte die Person klicken, die später täglich damit arbeitet, denn sie merkt sofort, ob die Bedienung im Weg steht.
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